Zusammenbruch ist immer auch Aufbruch
 – von Aus.Zeitpunkten, schwarzen Schwänen und Möglichkeiten


#Fundament #Struktur #Möglichkeiten


von Oliver Tropper

Für unvorhersehbare Ereignisse, die in ihrer Dimension die Welt und unser eigenes persönliches Fundament und Struktur von heute auf morgen auf den Kopf stellen, hat der amerikanisch-libanesische Autor und u.a. Zufallsforscher Nassim Nicholas Taleb den Begriff des schwarzen Schwans geprägt: Geschehnisse, die wir in ihrer Gesamtheit erst im Nachhinein fassen und erklären können, wie zum Beispiel der 1.Weltkrieg oder auch 9/11.


Der Volltreffer auf unser Vorstellungsvermögen hat dabei eine ganz wesentliche Ursache: wir wandern mit beschränktem Wissen unserer beschränkten Vergangenheit in eine unbeschränkte Zukunft mit unbeschränkten Möglichkeiten – in das unbekannt Unbekannte. Und sind, so gesehen, als Menschen in unserem Genesis Code daher gar nicht auf die Begegnung mit schwarzen Schwänen programmiert.

Wenn bewährte Lösungen nicht mehr greifen

Ob Covid-19 nun unvorhersehbar war oder der schwarze Schwan doch einige Grautöne in den Federn hat, ist letztendlich aber egal – Fakt ist: der 24/7-Shutdown unseres gewohnten Alltags hat jedem von uns einen ganz und gar nicht frei gewählten Aus.Zeitpunkt beschert. Bewährte Handlungen und Lösungen aus unserer (beschränkten) Vergangenheit passen auf einmal nicht mehr. Gewohnte Alltagsstruktur beginnt nicht nur zu bröckeln, sondern verlangt vielmehr nach Neuorganisation.



Ein erster Schritt wäre es daher, die passenden Fragen zu stellen:

 Wie viel Zeit kann ich aktuell überhaupt eigenbestimmt planen? 
Wo bin ich auf Organisation und Zusammenarbeit angewiesen? 
Welche zeitlichen Ressourcen bleiben mir so ganz zu 100%? Wie nütze ich die – so für mich in Summe – und nicht nur für den Job?


Mit Fragen zu Möglichkeiten

Wann war ein Tag gut für mich? Was habe ich da konkret gemacht?
Was hat mir Energie gegeben hat? Was nicht?


Welche Rituale geben mir Ruhe und Sicherheit, nach wie vielen online Meetings raucht mir das Hirn und ich brauche eine längere Pause? Und – was tue ich in der Pause, damit sie wirklich Pause ist?



Nicht so einfach und es braucht vielleicht Zeit, die passenden Antworten zu finden. Doch die eigenen werden am Ende des Tages immer besser als die aus der Konservendose schmecken. Und unsere Zukunft bleibt auch ohne schwarze Schwäne ungewiss – idealer ist es daher, ihr mit einem Mehr an eigenen Möglichkeiten zu begegnen.